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Kaufratgeber Forstbekleidung

Besonders im Winter sein eigenes Brennholz zu machen, ist eine Arbeit die sich nicht nur finanziell lohnt, auch die warme Wohnung und der Duft des Kamins sind Lohn für die anspruchsvolle körperliche Arbeit. Zum Schneiden des Brennholzes benötigen Sie aber eine Kettensäge und um die sicher führe zu können, benötigen Sie eine Schnittschutzhose und passende Schnittschutzschuhe, als Forstbekleidung, damit der nächste Winter nicht in einem Desaster endet. Ganz schnell ist man einmal abgerutscht und das Schwert der Kettensäge landet im Bein oder im Fuß.

Wir möchten für Sie im Folgenden einige Fragen beantworten, damit Sie sich beim Kauf von Schnittschutzhosen oder von Schnittschutzstiefeln besser orientieren können.

Forstbekleidung – Wir möchten zuerst auf die Schnittschutzhose eingehen.

Frage 1: Wie funktionieren Schnittschutzhosen?

Um die Beine, ins Besondere im vorderen Bereich zu schützen, sind in dem Material der Hose lose und verwebte, sehr lange und reißfeste Fäden eingearbeitet. Wenn dann versehentlich das Schwert der Kettensäge an ihr Bein gelangt, wird die obere Schicht der Hose zerrissen und die feinen Fäden verfangen sich im Antriebsrad der Kettensäge, was die Säge in Sekundenbruchteilen zum Stehen bringt.

Frage 2: Welche Schnittschutzklasse sollten meine Schnittschutzhosen haben?

Welche Sierheitsklasse Sie benötigen hängt davon ab, mit welcher Kettensäge sie arbeiten. Die Sicherheitsklassen sind nach DIN genormt und unterscheiden sich folgendermaßen:

Klasse 0 —> Für eine Kettengeschwindigkeit von 16m/s.
Klasse 1 —> Für eine Kettengeschwindigkeit von 20m/s (Standard)
Klasse 2 —> Für eine Kettengeschwindigkeit von 24m/s
Klasse 3 —> Für eine Kettengeschwindigkeit von 28m/s

Wenn man aber mit einer Kettensäge mit Verbrennungsmotor arbeitet, kann diese unter Volllast wesentlich schnellere Kettengeschwindigkeiten erreichen, bei denen der Schnittschutz nicht standhalten kann.

Frage 3: Was macht ein gutes Material bei Schnittschutzhosen aus?

Die Oberstoffe von Schnittschutzhosen sind aus den unterschiedlichsten Materialien hergestellt, was sie gemeinsam haben ist die Schnittschutzeinlage. Es gibt auch Schnittschutzhosen aus Mikrofaser, die besonders leicht sind, allerdings bieten diese der Kettensäge auch weniger widerstand. Das optimale Material ist ein Kompromiss aus Sicherheit und Tragekomfort. Die ideale Mischung gibt es da nicht, da es verschiedene Kettensägen für verschiedene Anwendungsbereiche gibt. Eine Schnittschutzhose welche einen Oberstoff aus Mikrofaser besitzt kann man zum Beispiel schlecht im Gelände tragen, da diese von Dornbüschen oder Stacheldrahtzaun sehr schnell zerrissen wäre. Wenn Sie sich eine Schnittschutzhose anschaffen möchten, erklären Sie ihrem Fachberater wo Sie diese einsetzen möchten und zu welchem Zweck und dieser wird Ihnen ein korrektes Modell vorschlagen.

Frage 4: Was kosteten Schnittschutzhosen?

Eine Schnittschutzhose für Einsteiger bekommt man schon für ca. 60 Euro, Profischnittschutzhosen sind allerdings deutlich teuerer, diese können bis zu 300 Euro kosten. Das hängt damit zusammen, dass Profis in der Regel stärkere Kettensägen-Modelle verwenden und diese auch im Gestrüpp unterwegs sind, sodass die Hose widerstandsfähiger sein muss als bei Arbeiten im eigenen Hinterhof.

Forstbekleidung – Kommen wir nun zu dem Schnittschutzstiefel.

Frage 1: Wie funktioniert ein Schnittschutzstiefel?

Hier funktioniert der Schnittschutz ein wenig anders. Das Obermaterial der Schuhe ist sehr widerstandsfähig und soll die Kettensäge verlangsamen. Wenn Sie dann an der Stahlkappe des Schuhs angekommen ist, stoppt die Kettensäge vollständig. Man nennt dies eine Verzögerungsreaktion.

Frage 2: Welche Schnittschutzklasse sollten meine Schnittschutzstiefel haben?

Hier sind die Klassen ebenso genormt wie bei Schnittschutzhosen. Es gibt allerdings keine Klasse 0. Schutzklasse 1 schützt bis zu einer Kettengeschwindigkeit von 20 m/s, Schutzklasse 2 bis zu 24m/s, Schutzkasse 3 bis zu 28m/s und Schutzklasse 4, für Kettensägen mit einer Geschwindigkeit von 32m/s.

Frage 3: Brauche ich Schnittschutzstiefel?

Meistens schneiden sich die Menschen in die Beine, aber wenn Sie in der Sozialversicherung für Landwirtschaft versichert sind, sind Schnittschutzschuhe im Forst- und Gartenbau zwingend vorgeschrieben. und das hat seinen Grund. Ein Schnitt in den Oberschenkel kann verheilen. Wenn man sich die Fußspitze abschneidet ist man sein leben lang behindert.

Frage 4: Was kostet ein Schnittschutzschuh?

Ein Schnittschutzstiefel kostet in der Regel, je nach Sicherheistklasse und Qualität zwischen 50 und 200 Euro. Auch hier kommt es wieder auf den Einsatzbereich an. Wenn Sie im eigenen Hinterhof mit einer Standard-Kettensäge lediglich Brennholz schneiden, reicht ein Schuh der Klasse 1, sind Sie in rauem, womöglich nassen Gelände unterwegs und arbeiten dabei mit einer professionellen Kettensäge, dann brauchen Sie womöglich die Schnittschutzklasse 4.