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Schnittschutzhose und Schnittschutzstiefel

 

Das Kurzzeichen S.O.S. Im Betrieb, in der Produktion, im Beruf, aber auch im Haushalt und der Freizeit umfasst drei wichtige Schlagworte: Sicherheit, Ordnung, Sauberkeit. Das sind die entscheidenden Punkte, die jede Person daran erinnern sollen, dass die eigene Gesundheit und die der Kolleginnen und Kollegen, mit dem eigenen, verantwortungsbewussten Handeln untrennbar verknüpft ist. Im Zweifelsfall auf Nummer sicher zu gehen gilt nicht nur für möglicherweise gefahrvolle Situationen im Beruf. Unfälle und Unglücke bestmöglich zu vermeiden oder zumindest zu reduzieren ist stets dem Notfall und der gesundheitlichen Nachsorge vorzuziehen.

Überdurchschnittlich gefährdet, insbesondere im Umgang mit Handmaschinen und schwerem Werkzeug bei der Holzverarbeitung, sind die Beine. Das liegt sozusagen in der Natur der Sache, denn durch entsprechend notwendige Handgriffe und Reflexhaltungen bei Stürzen und anderen Unfällen, bedürfen die unteren Extremitäten besonderer Schutzmaßnahmen. Aus diesem Grund soll der Bekleidungskategorie Forstbekleidung und vor allem dem Bereich Schnittschutzschuhe ein besonderes Augenmerk zuteilwerden.

Schnittschutzschuhe, Schnittschutzstiefel und ganz besonders die Schnittschutzhose gehören zu den Bekleidungsmitteln, die auch bei Freizeit und Hobby als Grundausstattung nicht fehlen sollten, wenn im Gelände mit Holz gearbeitet wird. Für die korrekte Auswahl und passende Schutzausrüstung folgen nun einige einleitende Informationen.

Was ist eine Schnittschutzhose und was sind Schnittschutzstiefel?

Eine Schnittschutzhose und passende Schnittschutzstiefel gehören zur unverzichtbaren Grundausstattung für Personen, die mit schwerem, auch und vor allem motorisiertem Werkzeug im Freien hantieren müssen.

Das Ziel der Vorgaben zur persönlichen Schutzausstattung dient in erster Linie dazu, schwerwiegende Verletzungen zu vermeiden oder zumindest nach Möglichkeit zu minimieren. Somit ist eine Schnittschutzhose speziell ausgelegt für den Umgang mit Motorsägen. Zur Abrundung des Schutzes dienen entsprechende Schnittschutzstiefel. Besonders gefährdet ist nämlich der vordere Beinbereich, sodass vor allem die Schienbeine extra geschützt werden müssen.

Schnittschutzstiefel sind eine Weiterentwicklung klassischer Sicherheits- oder Schnittschutzschuhe, um den speziellen Anforderungen im Umgang mit Kettensägen gerecht zu werden. Denn bei diesen Tätigkeiten ist der Fuß weniger gefährdet als der Schienbeinbereich, sodass Schnittschutzstiefel die optimale Antwort für das Forstzubehör darstellen, weil sie das Schienbein großflächig abdecken können.

Damit diese Sicherheitsansprüche gewährleistet werden können, wird Sicherheitsbekleidung, wie etwa Forstbekleidung, mit standardisierten Eigenschaften gefertigt, die anhand eines Normenkatalogs entsprechend ausgeführt werden müssen.

 

Was sind Schnittschutzklassen und wie ist die Unterteilung?

Nicht jede Sicherheitskleidung besitzt dieselben Schutzeigenschaften. Denn je nach Ausführung von Schnittschutzstiefel, Schnittschutzhose und so weiter ergeben sich große Unterschiede im Detail. Je nach Ausführung und Materialnutzung ergibt sich ein Einfluss auf Gewicht und Handhabung der Kleidung ebenso wie auf den Preis.

Zwar ist für berufliche Tätigkeiten eine Kleidungsvorschrift zwingend umzusetzen, doch im privaten Bereich wird gern zugunsten des günstigeren Preises und zuungunsten des optimalen Schutzes entschieden. Das bedeutet, dass vielfach komplett auf Sicherheitsequipment verzichtet wird, vor allem auf Schnittschutzschuhe.

Ebenfalls hinderlich bei der Anschaffung entsprechender Kleidung erscheint die große Masse unterschiedlicher Sicherheitsstandards. Darum wird Schnittschutzkleidung, wie etwa Forstbekleidung, in sogenannte Schnittschutzklassen unterteilt.

Insgesamt werden vier Schnittschutzklassen für die Schnittschutzhose unterschieden. Diese Klassen geben Auskunft darüber, bis zu welcher höchsten Kettengeschwindigkeit einer Motorsäge ein entsprechender Mindestschutz gewährleistet sein muss. Diese Angaben helfen dabei, dass im Vergleich zur genutzten Motorsäge die entsprechende Schnittschutzhose ausgewählt werden kann. Für die Schnittschutzklasse 0 gilt beispielsweise eine Kettengeschwindigkeit von maximal 16 Metern pro Sekunde. Allerdings muss beachtet werden, dass diese Angaben für auslaufende Motorsägen gelten und nicht für den vollen Betrieb. Im Zweifelsfall empfiehlt sich die Anschaffung der höheren Schutzklasse. So gilt für Schnittschutzklasse 1 eine Geschwindigkeit von 20 Metern pro Sekunde, für die Schnittschutzklasse 2 eine Geschwindigkeit von 24 Metern pro Sekunde, während die Schnittschutzklasse 3 für bis zu 28 Meter pro Sekunde ausgelegt ist.

Ebenfalls wichtig für die Anschaffung einer Schnittschutzhose zusätzlich zu den Schnittschutzklassen ist die Form. Eine Schnittschutzhose ist erhältlich in den Formen A, B und C. Die ersten beiden Formen eignen sich für den generellen, zumeist gelegentlichen Einsatz mit Kettensägen, denn sie umfassen ein Schutzpaket, das insbesondere den Schienbeinbereich abdeckt. Darüber hinaus geht die Ausstattung einer Schnittschutzhose mit der Form C. Hier umfasst die Schutzausrüstung den gesamten Beinbereich auch der Rückseite und bietet maximalen Schutz. Diese Kettensäge Hose ist empfohlen für den dauerhaften Einsatz.

 

Wie ist eine Schnittschutzhose aufgebaut?

Zur Orientierung, insbesondere beim Privatkauf einer Schnittschutzhose, dient das KWF-Zeichen als Qualitätssiegel. Dabei gilt das Zeichen des KWF-Gebrauchswert für die Schnittschutzhose und KWF-Test für Schnittschutz Beinlinge. Schnittschutzkleidung mit diesem Kennzeichen entspricht den Normanforderungen gemäß der Schnittschutzklassen gemäß der DIN EN 381-5. Diese umfasst Vorgaben zur Schutzkleidung von handgeführten Kettensägen mit dem Teil 5, für Anforderungen an den Beinschutz.

Je nach der ausgewiesenen Form von A, B und C ist das Schutzpaket einer Schnittschutzhose unterschiedlich umfangreich ausgebildet. Dabei wird an den neuralgisch wichtigen Punkten eine spezielle Textilie genutzt. Diese wird eingearbeitet zwischen den äußeren und inneren Stoffteilen der Hose. Dort eingearbeitet oder auch lediglich eingelegt sind lange, lose verwebte, feine, äußerst reißfeste Fasern.

Falls die laufende Kette mit dem Hosenstoff in Kontakt kommt, wird die oberste Faserschicht sofort zerrissen und legt das eigentliche Schutzmaterial frei. Die langen Fasern werden von der Kette ausgerissen und verwickeln sich unmittelbar mit dem Antriebsrad der Säge. Idealerweise soll dadurch innerhalb von Sekundenbruchteilen die Maschine blockiert werden, sodass kein Verletzungsrisiko mehr besteht. Die Säge soll somit gestoppt werden und sich nicht mit dem Material verheddern. Das Ziel der Schnittschutzhose liegt also darin, dass die Gefahr durch die bewegende Kette beseitigt und abgelegt werden kann.

 

Was macht die optimale Schnittschutzhose für den Sommer aus?

Eine Schnittschutzhose für den Sommer ist besonders leicht und komfortabel ausgebildet. Aufgrund der Beschaffenheit der Hose und insbesondere der Schnittschutzschuhe oder Schnittschutzstiefel sind die Beine bei der oftmals körperlich sehr anstrengenden Arbeit komplett bekleidet. Bei sommerlichen Temperaturen ist die Verlockung demnach groß, zugunsten weniger umfangreicher Bekleidung auf die sichere Fortbekleidung zu verzichten.

Der Handel bietet für höhere Temperaturen darum Bekleidung aus leichteren Textilien. Hierbei muss allerdings bedacht werden, dass diese Fasern unter Umständen deutlich weniger robust sind als bei der klassischen Schnittschutzhose. Das heißt, dass das Material bei der Bewegung durch Gestrüpp zerstört werden könnte und das beeinflusst im Zweifelsfall die Schutzwirkung der Kleidung.

Allerdings bedeutet die sommerlich ausgelegte Schutzkleidung nicht einen verminderten Schutz. Das ist ein Effekt der Weiterentwicklung neuer Textilien, der vor allem in der Kategorie Schnittschutzhose Damen zum Tragen kommt.

 

Wie sicher sind Schnittschutzhosen?

Schnittgeschützt bedeutet vielfach den möglichst optimalen Kompromiss aus Sicherheit und Tragekomfort. Zudem können die Auslaufgeschwindigkeiten von Kettensägen sehr stark variieren und deutlich höher ausfallen, als die Auslegung der Schnittschutzhose vorsieht. Hinzu kommt, dass durch Reinigung und Tragedauer die Schutzfunktion der Hose beeinträchtigt werden kann.

Aus diesem Grund sollte eine defekte Hose nicht eigenständig ausgebessert werden, zumindest nicht im Bereich des Schutzmaterials. Durch unsachgemäße Reparatur kann es sein, dass die Schutzfasern nicht mehr ideal angeordnet sind und im Notfall versagen. Auch oberflächlich kleine Beschädigungen sollten demnach nicht als nebensächlich abgetan werden.

Im Zweifelsfall sollte eine Schnittschutzhose unbedingt ausgewechselt werden. Aufgrund von Verschleiß durch zunehmende Reinigungszyklen und Tragedauer nimmt die Schutzwirkung erwiesenermaßen stetig ab. Es wird darum empfohlen, dass Kleidung mit Schnittschutzfunktion nach 12, jedoch maximal nach 18 Monaten ersetzt werden sollte vor allem, wenn sie häufig getragen wird.

Ein Schutz zu 100 Prozent ist im Umgang mit Kettensägen nicht gegeben, allerdings steht der Eigenschutz im klaren Zusammenhang mit der persönlichen Haltung zum Thema. Demnach kann bei sachgemäßen Umgang mit Maschine und Ausrüstung eine maximal mögliche Sicherheit erreicht werden.

 

Wie wäscht man eine Schnittschutzhose?

Nicht nur durch das Tragen der Schutzkleidung bedingt, dass diese regelmäßig gereinigt werden sollte. Vor allem die Tätigkeit im Freien und der Umgang mit motorisierten Maschinen führen zu teilweise erheblichen Verschmutzungen. Gras- und Holzabrieb sowie Öl- und Schmiermittel machen die Wäsche gleich zur nächsten Herausforderung.

Üblicherweise wird Schutzkleidung wie Forstbekleidung mit einer aussagekräftigen Pflegeanleitung vertrieben. Diese Hinweise zum Waschen, Trocknen und Aufbereiten sind symbolisch zusammengefasst auf einem Etikett in den Kleidungsstoff entlang einer Naht befestigt.

Üblicherweise muss die Schnitthose ebenso wie das restliche Zubehör der Forstbekleidung bei 30 bis 60 Grad gewaschen werden. Oftmals wird empfohlen, auf übermäßiges Maschinenschleudern zu verzichten. Auch sollte die Schnitthose nicht maschinell getrocknet werden. Um die Lebensdauer der besonderen Fasern möglichst lang zu erhalten, ist es sinnvoll, die Hose an der Luft trocknen zu lassen.

Außerdem sollte nach jedem Waschgang kontrolliert werden, ob die Schutzausstattung der Hose noch in Ordnung ist. Diese sollte nämlich weder verformt, noch verdreht oder verrutscht sein. Aufgrund leidvoller Erfahrungen empfehlen viele Nutzer außerdem, auf das (zu heiße) Bügeln der vermeintlich hochstrapazierfähigen Textilie zu verzichten. Dies ist ohnehin zumeist wenig effektiv und die Schutzfunktion kann durch „falsches Bügeln“ außerdem zu Einbußen bei der Sicherheit führen.

 

Wie funktionieren Schnittschutzstiefel und welche Anforderungen werden an sie gestellt?

Das entscheidende Merkmal der Schnittschutzstiefel im Vergleich zur „normalen“ Ausführung der Schnittschutzschuhe ist die Ausstattung mit einer sogenannten Schnittschutzeinlage. Außerdem sind Schnittschutzstiefel häufig ausgestattet mit speziellen Nässeschutzmembranen, sodass sie eine sichere Alternative darstellen zu klassischen Gummistiefeln ohne Schutzfunktion.

Auch für Schnittschutzstiefel gelten dieselben Sicherheitsklassen bezüglich Schnittschutz wie für andere Schnittschutzschuhe. Diese Anforderungen werden in der EN ISO 17249 „Schnittschutz“ aufgeführt. Grundlage für den Normenkatalog ist die EG-Richtlinine 89/686/EWG. In der Kategorie II, die mit einer CE-Kennzeichnungspflicht dient, wird dem Hersteller darum das Verfahren der EG-Baumusterprüfung auferlegt. Erst nach Durchgang der EG-Prüfstelle gelten Schnittschutzstiefel als normkonform.

Entsprechend der Einsatzbereiche als Forstzubehör werden verschiedene Arbeitsumfelder definiert. Laut Kategorie E sind entsprechende Schnittschutzstiefel ausgelegt für moderate Geländeverhältnisse und hügeliges Waldgebiet. Diese Schnittschutzstiefel sind vergleichsweise leicht ausgeführt mit biegsamer Sohle und einem bequem niedrig ausgeführten Oberschaft. Kategorie S beschreibt schwierige Geländebedingungen bis hin zu steilen Waldhängen. Dementsprechend besitzen diese Schnittschutzschuhe eine erhöhte Verwindungssteifheit, einen stabilen, erhöhten Oberschaft und eine vergleichsweise schmale Sohle. Die Kategorie SPE umfasst sogenannte spezielle Einsatzbereiche. Hierfür sind spezielle Schnittschutzschuhe notwendig, sodass schwieriges Gelände, widrige Witterungsbedingungen und anspruchsvolle Tätigkeiten ausgeführt werden können. Vor allem bei schlechten Witterungsverhältnissen und im Winter sind Schnittschutzstiefel ein wichtiges Equipment.

 

Wo, bei welchen Tätigkeiten, wird diese Schnittschutzbekleidung eingesetzt?

Der Normenkatalog für Schnittschutzzubehör umfasst Kleidung, die im Umgang mit motorisierten Kettensägen vorgegeben ist. Demnach ist bei der Handhabung dieser Maschinen zwingend passende Schutzkleidung zu tragen. Dementsprechend liegt der Einsatzbereich in der Garten- und Waldarbeit, wo Holz geschlagen und bearbeitet werden muss.

Üblicherweise umfasst dieses Schutzequipment, also die Kategorie der Forstbekleidung allgemein, mehrere, einzelne Kleidungsstücke. Vor allem die Beinkleidung bietet nicht nur Schnittschutz, sondern verhindert das Eindringen von Fremdkörpern in und unter die Kleidung. Die komplette Ausrüstung schützt darum vor gefahrvollen Einflüssen aus unterschiedlichen Richtungen und Höhen. Damit ist sie ideal beim Einsatz in Feld, Wald und Flur und das nicht nur für Profis.


Kommentare


Herbert März 8, 2017 um 7:31 pm

Guten Tag!
Vielen Dank für Ihre gute uns ausführliche Beschreibung zum Thema Forstbekleidung. Als Forstarbeiter stecke ich fast täglich in diesen Klamotten 🙂 Die Pfanner Schnittschutzhose hat sich über die Jahre echt als die beste herausgestellt. Sie ist extrem widerstandsfähig, gerade dann, wenn man sie jeden Tag braucht. Das macvht sie aber nicht starr und unbeweglich, wie einige glauben. Durch das Stretch-AIR Gewebe, was sich auf der Hose hinten befindet, ist sie trotzdem angenehm zu tragen. Wird sie am Wochenende gewaschen, sorgt dieses Gewebe auch dafür, dass sie am Montag wieder trocken ist.
So nach 1 bis 1 1/2 tauschen wir sie aus. Einfach aus Sicherheitsgründen. Zum Glück erstattet mir mein Arbeitgeber die Kosten hierfür.

Mit freundlichem Gruß
Herbert

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Schnittschutz Tipp März 10, 2017 um 8:34 am

Hallo Herbert,
danke für Ihr Feedback. Es ist toll, hier Hinweise von Forstarbeitern zu erhalten, die über Jahre probiert haben, die für sie beste Schnittschutzhose zu finden.
Grüße
Mario

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